Die Kaiserin von Suzhou

Rezensionen:

  1. Was will uns der Dichter mit seinen Worten sagen? Angekündigt ist das Buch als Insiderbericht über die „Kultur Chinas“. Wissen, das uns helfen würde, sich im Dschungel des chinesischen Alltags- und Geschäftslebens zurecht zu finden. Was wir stattdessen miterleben dürfen, ist wie die 20 Jahre jüngere chinesische Ehefrau ihren deutschen Mann aus Oberfranken beschimpft, demütigt und schikaniert. Das einzige, worüber sie redet und wofür sie sich interessiert, ist Geld. Davon hat er wohl zu wenig. Er ist ein Versager, das sagt sie ihm täglich. Und er ist schwach, das zeige sich schon daran, dass er sich ständig von ihr schikanieren lasse.
    Man denkt sich: Ist das nun alles Quatsch, Ironie oder Masochismus? Und gehört es zum Masochismus, dass Franz seine negativen Erlebnisse auch noch schildert anstatt für sich zu behalten?
    Parallel zum Ehekrieg schildert der Franz seine beruflichen und finanziellen Misserfolge im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Korruption, Betrug und bürokratische Schwierigkeiten sind an der Tagesordnung im Reich der Mitte. Man muss gute Beziehungen zur Verwaltung, zu Staatsvertretern und der Partei haben. Die Eltern seiner chinesischen Ehefrau sind übrigens Parteimitglieder. Das wird so nebenher erwähnt, dass man den Verdacht hat, dass der gute Franz gar nicht weiß, was das eigentlich für ihn bedeutet.
    Gesamturteil: Das Buch ist  auch das Psychogramm eines Glücksritters in China. Ein Gnadenpunkt für die Arbeit, einen kleinen Einblick in die Freuden einer interkulturellen Ehe zu erhalten.
  2. Ich finde das Sachbuch ein Meisterwerk, es vereint tiefgreifende Informationen mit einer spannenden Geschichte. Am Ende des Buches finde ich zudem eine sinnvolle Aufzählung der Stichworte zur Chinesischen Kultur und zu Chinesische Traditionen mit Seitenangabe.
  3. Für mich ist alles richtig, wie Franz Übermut das moderne China privat und beruflich beschriebt. Auch seine Frau Hong repräsentiert die selbstbewussten und aggressiven chinesischen Frauen, die für Ansehen, Erfolg und Reichtum in der chinesischen Gesellschaft kämpfen. Chinesinnen sind anders als andere Asiatinnen. Schließlich bin ich auch mit einer Chinesin verheiratet und habe einige Jahre dort gelebt und gearbeitet. Das Streben nach Reichtum ist für alle Chinesen erste Priorität. Ich habe allerdings nicht den Mut wie Franz gehabt, dort lange zu bleiben. Kanghan Yuan hat Franz ´s Nachnamen bewusst »Übermut« genannt. Wer das Buch liest, weiß warum. Schon der Umlaut »Ü« im Namen schafft ungeahnte Probleme mit den Behörden. Seine anderen Herausforderungen sind Visaprobleme, Kommunikation, Kulturunterschiede, fehlende Ethik und Moral und verdeckte Tricks und kriminelle Aktivitäten der Chinesen. Seine Fehleinschätzung der finanziellen und persönlichen Risiken, gesundheitliche Gefahren. In seiner Situation mit dem Kopf durch die Wand laufen zu wollen oder/und eine Scheidung zu riskieren, wäre für Franz tödlich. Deshalb finde ich seine eingeschlagene Richtung »Geduld und Freundlichkeit bringt Geld« realitätsnah, alles andere wäre weltfremd. Siehe hierzu die 36 berühmten Kriegs-Strategeme von Sunzi, die in diesem ersten Band mit einfliessen. Auch wenn andere Franz als eine »schwache Person" einstufen, hat Kanghan Yuan seinem Franz Übermut sein jahrelang gesammelten Wissen über China mitgegeben. 
  4. Dies ist der erste Band einer abenteuerlichen Reise quer durch Asien. Die geschäftlichen und privaten Erlebnisse und Erfahrungen des deutschen Expatriates und Auswanderers Franz Übermut. Wir sind gespannt, wie die Geschichte mit ihm, seiner Firma, seiner eifersüchtigen Frau und den gefährlichen Schwiegereltern weitergeht. Vielleicht heißt der zweite Band "Franz schlägt zurück!"